Tradition im Fortschritt: Das Unternehmen KARL STORZ

Das deutsche Unternehmen KARL STORZ unterstützt mit seinen wegweisenden medizintechnischen Produkten maßgeblich das neue International Reference and Development Centre for Surgical Technology (IRDC)in Leipzig. Der internationale Marktführer für Endoskope, spezialchirurgische Instrumente und integrierte Operationssaal-Lösungen zeigt dort weltweit zum ersten Mal eine komplette HNO-chirurgische Behandlungseinheit.

Die moderne Endoskopie revolutionierte in den vergangenen Jahrzehnten die medizinische Diagnostik und Therapie. Aufs engste mit dieser Entwicklung verbunden ist der Name KARL STORZ. Das Unternehmen, welches mit wegweisenden Innovationen in der Endoskopie verbunden ist, wurde 1945 von Dr. med. h. c. Karl Storz (1911-1996) in Tuttlingen gegründet. Das erste Sortiment umfasste Instrumente, Stirnlampen und Binokularlupen für den Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Vom einstigen 2-Mann-Betrieb ist das Traditionshaus zu einem globalisierten Familienunternehmen mit über 4.800 Mitarbeitern und sieben weiteren Produktionsstätten in Europa und den USA gewachsen. Unter Leitung der Tochter des Firmengründers Dr. h. c. mult. Sybill Storz werden die Vorteile eines Familienbetriebes mit den Anforderungen des internationalen Marktes erfolgreich verbunden.

Der gelernte Instrumentenmacher Karl Storz hat das Potenzial der Endoskopie früh erkannt und ihren Fortschritt wesentlich vorangetrieben. 1953 konstruierte er sein erstes Endoskop, damals noch mit einem traditionellen Linsensystem. Ein Quantensprung, der die moderne Endoskopie überhaupt erst ermöglichte, gelang mit der Erfindung der Kaltlichtquelle* 1960. „Die neue Lichtquelle bedeutete eine wirkliche Revolution. Sie hat alles auf den Kopf gestellt“, erklärte der mit dem Titel „Pioneer in Endoscopy“ geehrte Karl Storz in einem Interview am 3. April 1996, kurz vor seinem Tod. „Der entscheidende Punkt war die Trennung der Lichtquelle vom Endoskop. Die Lichtquelle konnte nun neben dem Operationstisch stehen; das Licht wurde durch Glasfasern zum Endoskop geleitet. Die Lichtstärke war enorm. Die neuen Möglichkeiten, die sich dadurch für Diagnosen und chirurgische Eingriffe eröffneten, hatte man sich früher überhaupt nicht vorstellen können. Man konnte beispielsweise jetzt ohne weiteres fotographieren und filmen.“ (Gespräch mit Herbert Mainusch in: Matthias A. Reuter „Geschichte der Endoskopie. Handbuch und Atlas“, Band 1-4, Karl Krämer Verlag Stuttgart + Zürich, 1998, Seite 677/678).

Es folgte die Zusammenarbeit mit dem Physiker Prof. Dr. Harold H. Hopkins. Während Unternehmen in USA und Großbritannien dessen Erfindung als unbedeutend ablehnten, gelang Karl Storz mit Einführung des HOPKINS-Stablinsensystems 1965 ein Meilenstein bei der Bildqualität moderner Endoskope. Die Optiken zeichneten sich aus durch besondere Brillanz, Schärfe, Auflösung sowie Farbverbindlichkeit.

Von der Evolution der Endoskopie profitierte nicht zuletzt die minimal-invasive Chirurgie. Deren Beginn markierte 1987 die erste Entfernung einer Gallenblase mit einem Laparoskop – einem Spezialendoskop. Kontinuierlich bewegt sich das Unternehmen KARL STORZ an der Spitze der technischen Entwicklung und treibt sie voran. Mit dem 1998 erstmals vorgestellten OR1™ integrierte es seine Produkte in ein spezialchirurgisches Gesamtkonzept, das bis heute permanent weiterentwickelt wird. Der Operationssaal wird nicht als Insellösung betrachtet, sondern in den gesamten Arbeits- und Organisationsprozess einer Klinik eingebunden. Den neuesten Technologiestand zeigt das IRDC in Leipzig. Das Referenz- und Entwicklungszentrum wird die Erfolgsgeschichte von KARL STORZ mitprägen und fortschreiben.

Mit der Stadt Leipzig verbindet das Unternehmen eine ganz besondere Geschichte: Nach Abschluss seiner dreijährigen Lehre als Instrumentenmacher zog es den späteren Fabrikanten Karl Storz in die sächsische Messestadt – hier wollte er seine Kenntnisse in der Medizintechnik vertiefen. Er wurde Kaufmann bei dem alteingesessenen Handelshaus für Medizintechnik Frenzel und lernte dort die hohe Qualität der Produkte des Instrumentenmachers C. G. Heynemann kennen und schätzen.

„Für mich war die Position in Leipzig ein Glücksfall ... In diesem Geschäft kamen so gut wie alle Endoskope der damals existierenden Firmen über unseren Ladentisch. Und jedes Mal hat mich die Arbeit der verschiedenen Hersteller begeistert. Die Firma Frenzel war nicht so groß, daß man unter ihrer Anonymität zu leiden gehabt hätte, aber doch groß genug, daß alle bedeutenden Geräte angeboten werden konnten. Das war ein Anstoß. Schließlich hatten wir zu Hause eine eigene Instrumentenmacher-Werkstatt. Und ich wußte sehr genau, wo man anfangen mußte.“ (Gespräch mit Herbert Mainusch in: Matthias A. Reuter „Geschichte der Endoskopie. Handbuch und Atlas“, Band 1-4, Karl Krämer Verlag Stuttgart + Zürich, 1998, Seite 678).

Das IRDC lässt die Leipziger Verbindung von KARL STORZ wieder aufleben und setzt den bereits seit der Gründung vor mehr als 60 Jahren geführten intensiven Dialog mit Medizinern und Entwicklern fort. „Ich hatte mir in Leipzig vorgenommen, von Tuttlingen aus mit Ärzten zusammenzuarbeiten. Das war damals eine ausgesprochene Rarität, daß ein Instrumentenmacher von Tuttlingen aus mit Ärzten in Krankenhäusern zusammenarbeitete“, beschrieb Karl Storz in seinem letzten Interview seine Unternehmensphilosophie, „Instrumente waren immer schon gemacht worden, aber für Händler. Kunden waren immer nur die Händler. Das wollte ich ändern. Ich wollte keine Rückkopplung von Händlern und deren Angestellten haben, sondern von den Ärzten vor Ort.“ (Gespräch mit Herbert Mainusch in: Matthias A. Reuter „Geschichte der Endoskopie. Handbuch und Atlas“, Band 1-4, Karl Krämer Verlag Stuttgart + Zürich, 1998, Seite 679).

*Kaltlicht wird durch eine lichtintensive LED-, Xenon-, Metallhalid- oder Halogenlampe erzeugt, die sich im eigenen Gehäuse getrennt vom Endoskop befindet. Kaltlichtquellen zeichnen sich durch einen konstruktiv und/oder spektral bedingten, stark reduzierten Infrarotanteil aus. Infrarotstrahlung ist für das menschliche Auge nicht sichtbar. Der Mensch kann jedoch über seine Haut die wärmende Wirkung der Infrarotstrahlung wahrnehmen. Über Glasfaserlichtleiter wird das Licht zur Endoskopspitze übertragen. Unmittelbar neben dem Objektiv tritt es dort aus. Auch bei der sehr hohen Lichtleistung wird keine Hitze mehr über den Lichtleiter weitergegeben. Aus diesem Grund heißt diese Beleuchtungsart Kaltlicht.

Weitere Informationen: www.irdc-leipzig.de

Für Anfragen und Anmeldungen für Interviews, Dreh- und Fototermine steht zur Verfügung:

IRDC GmbH
PD Dr. Gero Strauß
Direktor IRDC
Käthe-Kollwitz-Straße 64
04109 Leipzig
Deutschland
Fon: +49 (0)341 – 33 73 31 60
Fax: +49 (0)341 – 33 73 31 63
E-Mail: i.gollnick@irdc-leipzig.de

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