Digitale Diener im OP

Veröffentlicht am 18. September 2009 Computerassistierte Chirurgie (CAS) ist erwachsen geworden und hat längst den Siegeszug in die Operationssäle der Welt angetreten. Auch aus Deutschland kamen und kommen wichtige Impulse für die modernen Assistenten des Chirurgen.

Eine schleichende Revolution breitet sich aus in den Operationssälen der Welt. Computer assistieren bei zahlreichen Eingriffen, Informations- und Kommunikationstechnologie gehen den Chirurgen zur Hand. Navigationssysteme weisen dem Operateur den optimalen Weg, Infrarot-Kameras überwachen die Position der Instrumente, Alarmsysteme schlagen an, wenn der Chirurg kritische Areale oder sensibles Gewebe erreicht. Mikromanipulatoren verfeinern seine Bewegungen. Vor allem der Fortschritt bei bildgebenden Verfahren und immer schnellere Datenverarbeitung ermöglichten detailgetreue sowie individuelle anatomische Darstellungen verschiedenster Körperregionen.

Von der zweiten gelang der technische Sprung in die dritte Dimension. Mediziner sind nicht mehr ausschließlich auf Augenschein und Erfahrungen angewiesen, denn ihre digitalen „Diener“ machen komplexe Bilder und Zusammenhänge als dreidimensionale Animation sichtbar. Die Ärzte zoomen sich in diese Computermodelle hinein, drehen sie horizontal oder vertikal. Sie nehmen ihre Patienten mit auf virtuelle Flüge durch Nase oder Ohr, erläutern ihnen so Diagnose und Operationsmethode. Chirurgen schauen in das Innere ihres Patienten, bevor sie überhaupt das Skalpell ansetzen. Dahinter steht ein Ziel: Den besten und schonendsten Zugang für den Eingriff zu definieren – und ihn vorher virtuell am Monitor oder mit Hilfe eines Simulators zu testen. Die Entwicklung dieser computerassistierten Chirurgiesysteme ist eng verbunden mit den Erfolgen der minimal-invasiven Chirurgie. Vorreiter waren chirurgische Disziplinen mit schwer zugänglichen, kleindimensionierten beziehungsweise sehr empfindlichen OP-Regionen wie die Neurochirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Wirbelsäulen- sowie Gelenkchirurgie.

Die Initialzündung für CAS-Technologie wurde bereits Mitte der 1980-er Jahre gelegt. Mehrere Forschergruppen arbeiteten unabhängig voneinander an entsprechenden Entwicklungen – in Deutschland, Japan, der Schweiz und den USA. Einer der Pioniere war der deutsche Professor Georg Schlöndorff aus Aachen. Schlöndorff erprobte ein System, das die Informationen aus dem Computertomografen mit einem der ersten Navigationssysteme koppelte – damals noch eine massive, relativ umständliche Apparatur, verbunden mit einem mechanischen Trackingsystem.

Seither hat die Navigationstechnik Riesensprünge gemacht: Gewachsene Rechnerkapazitäten ermöglichen komfortablere und schnellere Systeme, die Instrumentenpositionen präzise berührungslos per Stereo-Infrarotkamera bestimmen. Das International Reference and Development Centre for Surgical Technology (IRDC) in Leipzig supported by KARL STORZ hat sich der Weiterentwicklung chirurgischer Assistenzsysteme verschrieben. Grundsatz ist Hightech, die den Operateur entlastet: Der Chirurg bleibt Herr des OP-Saals, die Automation steigert seine Konzentration auf das Wesentliche und macht seine Arbeit noch präziser.

Weitere Informationen: www.irdc-leipzig.de

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