Trainingskurse an der IRDC Academy zieht Chirurgen aus aller Welt an

Internationalen Trainingskurs an der IRDC Academy gibt es seit fünf Jahren 700 Fachmediziner nutzten Angebot

Teilnehmer aus Ägypten, der Türkei, Polen, Griechenland, Deutschland, Saudi Arabien und weiteren Nationen waren jetzt erneut an die Pleiße gereist, um einen Trainingskurs im hier ansässigen internationalen Referenz- und Entwicklungszentrum für Operationstechnologien (IRDC) zu absolvieren. Immerhin entwickeln im IRDC Forschungsstätten, Kliniken und Unternehmen der Medizintechnik den OP-Saal der Zukunft.

International also besonders gefragt: Die Chirurgie-Trainingskurse der IRDC Academy, die es seit fünf Jahren gibt. Mehr als 700 Teilnehmer aus 25 Nationen hätten sie bereits genutzt, bilanziert IRDC-Centre Managerin Iris Gollnick. Dabei hätten sich die Kurse für die spezialchirurgischen Fächer verändert, würden heute "mehr an Simulatoren, die man sonst etwa aus der Luftfahrt kennt" erinnern. "Große Fortschritte wurden wohl auch bei den Modellen erreicht, an denen operiert wird", sagt sie. "Wir haben heute künstliche Trainingssysteme für Hals, Nase und Ohr. Selbst Millimeter-Strukturen wie die Nasennebenhöhlen oder Gehörknöchelchen sind lebensecht abgebildet. Wichtige Effekte wie Blutungen oder krankhafte Veränderungen können simuliert werden." Modelle-Hersteller und IRDC-Partner sei dabei übrigens die Leipziger Phacon GmbH.

Die Crew eines OP-Saals müsse künftig indes mehr beherrschen, als "nur" gut zu operieren. Heute spiele im chirurgischen Cockpit nicht zuletzt die, Software eine immer größere Rolle. "Phasenweise übernimmt heute ein Navigationscomputer die Orientierung, der Operateur wechselt in eine Kontrollfunktion", so Gero Strauß, der als HNO-Chirurg die Kurse seit 2009 begleitet. ,,Wir trainieren deshalb im Simulator immer wieder gezielt Fehler und Ausfalle dieser – eigentlich sehr zuverlässigen - Systeme, um im Notfall darauf vorbereitet zu sein, auch ohne Instrumentennavigation sicher ans Ziel zu kommen." Zudem sei die Zielgruppe für OP-Simulationen größer geworden. "Wir bieten heute Module für OP-Schwestern, Anästhesisten und OP-Manager an. Fehlervermeidung und bessere Abläufe können nur noch im Zusammenspiel aller Beteiligter erreicht werden", so Gollnick. Selbst das will geübt sein: Kommunikation im Cockpit, Verantwortlichkeiten und die damit verbundene Fehlerkultur seien Motivation für weitere Module, die heute angehenden Chirurgen beigebracht werden. Hier habe die Chirurgie einiges nachzuholen, denkt Strauß. Mit dem Unternehmen Surgical Process Institute, mit Hilfe der Luftfahrt (Lufthansa) und Psychologie (TU Berlin) setze das IRDC diese Philosophie um. Geleitet werde diese spezielle Form des Trainings übrigens von Hans Ulrich Baier, einst Ausbildungspilot der Deutschen Lufthansa. - Die Teilnehmer des jetzigen Kurses waren am Ende voll des Lobes. Und Referenten wie der Inder Doktor Janakiram versicherten, alles daran zu setzen, nächstes Jahr erneut dabei zu sein.

Bericht: Angelika Raulien

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