Ein neuer Operationscomputer aus Leipzig im chirurgischen Cockpit. IRDC und ACQUA Klinik setzen weltweit erstmals die Procedure Point Navigation bei über 10 Prozeduren ein

Nach einer 12-monatigen erfolgreichen Einführungsphase eines „Operationscomputers“, der dem OP-Team die einzelnen Schritte einer Operation anzeigt, stellt die Klinik schrittweise auf die weiterentwickelte Version Surgical Procedure Manager 2.0 um. Das in Leipzig, Berlin und Tuttlingen entwickelte System kann jetzt weltweit erstmalig im HNO-OP bei den 10 wichtigsten Prozeduren eingesetzt werden. Auf der Basis eines elektronischen Handbuchs empfiehlt der OP-Computer den OP-Schritt, das dafür geeignete Instrument und fordert in Form einer Checkliste wichtige Parameter zur Bestätigung von der OP-Crew ab. Das System berechnet dabei auf der Basis vielfältiger Sensordaten fortlaufend Abweichungen vom normalen OP-Verlauf und zeigt diese an. Quasi nebenbei kann dadurch das voraussichtliche Operationsende minutengenau vorausgesagt und damit die Narkosemittel angepasst werden, der Patient kann die Narkose besser vertragen. Prof. Dr. Gero Strauß, Chefchirurg der HNO-Klinik und Direktor des IRDC lobt das System als „wichtigste Veränderung seit der Einführung der Instrumentennavigation in der HNO-Chirurgie“. Mit der sogenannten „Procedure Point Navigation“ werden die Operationsschritte vereinheitlicht, jetzt folgen auch unterschiedliche Chirurgen einem sogenannten best-practice-Standard. „Es ist selbstverständlich, dass unsere Chirurgen immer und jederzeit von dem vorgeschlagenen Goldstandard abweichen können, aber eben nur mit einem guten Grund. So erreichen wir eine Vereinheitlichung der Operationsergebnisse auf hohem Niveau und reduzieren individuelle Schwankungen. Für mich ist es im Alltag ein überzeugendes System, das auch den Vorteil einer sehr detaillierten Dokumentation hat. So können wir in unseren internen Trainings Abweichungen und Komplikationen viel besser besprechen, nachstellen und daraus lernen.“ ergänzt Strauss.

Mit dem entwickelnden Unternehmen SPI Leipzig GmbH verbindet das IRDC und die ACQUA Klinik eine enge Kooperation. Hier sind in Leipzig bereits mehr als 10 Arbeitsplätze in dieser neuen Branche der softwarebasierten Assistenzsysteme für den OP-Saal entstanden.

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